Jakob Lorber

Jakob Lorber wurde am 22. Juli 1800 in Kanischa, Südsteiermark, heute Slowenien, geboren.

 

In Graz wirkte er als Musiker und Musiklehrer. Am 15. März 1840, in sein Morgengebet versunken, vernahm er, wie aus dem Herzen kommend, eine innere Stimme, die ihm deutlich zurief: "Steh auf, nimm deinen Griffel und schreibe!" Lorber gehorchte diesem geheimnisvollen Ruf, nahm die Feder zur Hand und schrieb das ihm innerlich Diktierte Wort für Wort nieder. Die ersten Sätze lauteten: "So spricht der Herr für jedermann, und das ist wahr und getreu und gewiß: Wer mit Mir reden will, der komme zu Mir und Ich werde ihm die Antwort in sein Herz legen. Jedoch die Reinen nur, deren Herz voll Demut ist, sollen den Ton Meiner Stimme vernehmen..."

 

Demütig diente Jakob Lorber dieser Berufung durch das innere Wort als "Schreibknecht Gottes" bis zu seinem Tode im Jahre 1864. Neben verschiedenen kleineren Werken entstanden in dieser Zeit 25 umfangreiche Bände.

 

Hauptpunkte des Evangeliums Jesu Christi durch Jakob Lorber

 

DAS WESEN GOTTES

 

Gott ist ewiger, unendlicher Geist, die Quelle allen Seins - der große "Ich bin" im Kosmos, aber auch der liebende Vater, in Jesus Christus uns nahe gekommen.

 

Aus Gott strömen wie aus einer Sonne Geisteskräfte in die Schöpfung hinaus und zu Ihm kehren sie wieder zurück. Wir können diesen geistigen Strom spüren als Liebe, Licht und Leben. In der "Haushaltung Gottes", Band 1, Kap. 2, sagt der Herr Selbst: "Ich bin der alleinige, ewige Gott in Meiner dreieinigen Natur als Vater Meinem Göttlichen nach, als Sohn Meinem vollkommen Menschlichen nach und als Geist allem Leben, Wirken und Erkennen nach. Ich bin von Ewigkeit die Liebe und die Weisheit Selbst. Nie habe ich von jemandem etwas empfangen. Alles, was da ist, ist von Mir, und wer etwas hat, der hat es von Mir."

 

DIE HEILSGESCHICHTE

 

Sie ist die Geschichte der Rückkehr des "verlorenen Sohnes". Um diesen Verlorenen, den gefallenen Geist Luzifer zu retten, schuf Gott das materielle Universum. Es ist somit das Erlösungsfeld der göttlichen Liebe und Erbarmung. Die sich nach und nach aus der Materie lösenden luziferischen Lebensfunken werden stufenweise durch das Mineral-, Pflanzenund Tierreich emporgeführt bis zum Menschen.

 

DER MENSCH, ENDZIEL DIESER ENTWICKLUNG

 

Die auf diese Weise aus der luziferischen Materie aufgestiegenen Menschenseelen sollen sich nun im irdischen Leben bewähren, und zwar unter dem Einfluß des Liebefunkens aus dem Geiste Gottes. Durch freiwillige Erfüllung der Liebesgebote Gottes soll sich der Mensch immer höher bis zur wahren Gotteskindschaft entwickeln, um schließlich am Ziel der Vollendung zur wahren Freiheit und Seligkeit des ewigen Lebens einzugehen.

 

DIE WESENHEIT JESU CHRISTI

 

Als die Schöpfung soweit gereift war, um die höchste Enthüllung der göttlichen Liebe - die Gottheit als "Vater" - zu fassen, wählte Gott unsere äußerlich so unscheinbare Erde zur größten Liebetat seiner Erbarmung aus. Hier, wo der innerste Geistkern Luzifers gebannt gehalten wird, hüllte Gott sein geistmenschliches Urmachtzentrum ins Gewand der Materie. In Jesus Christus trat Gott Selbst ins Menschenreich, um dieses und alle Geister der Unendlichkeit zu belehren. Als höchstes Zeugnis der Liebe zog Er Selbst das Kleid der Materie an und nahm am Kreuz unsere Schuld auf sich, um die Gefallenen aus ihrem Gericht zu erlösen und die Geläuterten wieder ins Vaterhaus zurückzuführen (Gleichnis vom verlorenen Sohn). Jesu Geist, das heilige Urmachtzentrum Gottes, ist der "Vater", Jesu Seele, d.h. sein Menschliches, ist der vom Vater aus­gegangene "Sohn". Die in die Unendlichkeit ausstrahlenden Gotteskräfte, ausgehend vom Vater durch den Sohn, sind der "Heilige Geist". Und so sind in Christus vereint: Vater, Sohn und Heiliger Geist. (Lösung der Dreieinigkeitsfrage).

 

HEILSWEG ZUR GEISTIGEN VOLLENDUNG

 

Als einzigen, zur geistigen Vollendung und zum ewigen Leben in Gott führenden Heilsweg lehrte Jesus das Grundgesetz der ganzen Schöpfung: "Liebe Gott über alles und deinen Nächsten wie dich selbst!" Weder äußere Werkgerechtigkeit noch äußere Glaubensgerechtigkeit genügen; sie sind bestenfalls Hilfsmittel für den Heilsweg der reinen, tatkräftigen Liebe, dem Urgrund alles Seins.

 

DIE FORTENTWICKLUNG IM JENSEITS

 

Die meisten Erdenmenschen treten nach ihrem Leibestod noch unvollendet in die Jenseitssphären ein. Ihnen bietet die göttliche Liebe drüben neue Schulungsstätten, um schließlich doch noch alle zur Vollendung zu führen. Denn der göttliche Plan einer allgemeinen Erlösung kennt keine ewige Verdammnis! "Himmel und Hölle" sind somit keine Örtlichkeiten, sondern geistige Entwicklungszustände der Seele.

 

Jakob Lorber war auch ein begnadeter Musiker und Komponist. Seine selbst komponierten Werke auf CD sind erhältlich unter

 

Lorber-Gesellschaft e.V.

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E-Mail: Lorbergesellschaft@t-online.de

 

Die Musikaufnahmen auf der CD sind urheberrechtlich geschützt.